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Stand / Druckdatum: 29.04.2017

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Kampf gegen Heuschnupfen und Asthma: Erzgebirger will mit eigens entwickelter Medizintechnik und klinischer Studie die Bienenstockluft-Therapie ermöglichen.

21.04.2017  | Erfolgsgeschichten aus dem Erzgebirge

Erzgebirge – Innovation aus Tradition

  Eine Patientin im Therapieraum des Beecura System Bienenhäuschens. (Foto: APIPRO Natura)
Eine Patientin im Therapieraum des Beecura System Bienenhäuschens. (Foto: APIPRO Natura)
Das Erzgebirge ist seit jeher eine Region voller kluger Köpfe. Der Menschenschlag ist als Problemlöser bekannt und begegnete zu Zeiten des Bergbaus ebenso wie heute aktuellen Herausforderungen immer wieder mit innovativen Ideen. In der aktuellen Serie „Erzgebirge – Innovation aus Tradition“ werden deshalb aktuelle Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Region vorgestellt.

Crottendorf / Wiesenbad, 21. April 2017.
Die Medizintechnik ist ein zentraler Bereich der industriellen Gesundheitswirtschaft. Die Umsätze der Branche sind in Deutschland in den vergangenen Jahren gewachsen. Ebenso nahmen die Patentanmeldungen in diesem Sektor in den vergangenen Jahren zu.[1] Auch Unternehmen aus dem Erzgebirge beleben diesen Markt durch Innovationen. So ist es dank der medizintechnischen Entwicklung des Ingenieurs und Bioimkers  Jürgen Schmiedgen endlich möglich, Bienenstockluft im Rahmen der Apitherapie[2] anzuwenden, die beispielsweise bei Heuschnupfen oder Asthma empfohlen wird. Hierbei zeigt die Bienenstockluft wohltuende Wirkung und bietet Hoffnung für viele Allergiker, gerade in der jetzigen Allergiesaison. In einer klinischen Studie will der Entwickler nun sogar deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegen und die natürliche Behandlungsmethode sowie die Schulmedizin miteinander verknüpfen.

Apitherapie: Medizintechnik zur Anwendung der Bienenstockluft soll zertifiziert werden
Die Apitherapie ist die Behandlung mit Bienenprodukten zur Gesunderhaltung mit dem Fokus auf einer sanften und gut verträglichen Anwendung. Api leitet sich vom lateinischen Begriff „Apis“ für Biene ab. Ein Teilbereich der Apitherapie ist die Inhalation von Bienenstockluft. Dieser wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben, insbesondere bei Erkrankungen der Atemwege wie Asthma oder Infektanfälligkeit. Die inhalierte Luft entsteht, wie der Name schon sagt, in einem Bienenstock. Zehntausende Bienen verarbeiten dort Nektar, Pollen, Harze und andere Stoffe zu Honig, Wachs oder Propolis. Es entstehen ätherische Öle und Dämpfe, die – kombiniert mit der Wärme im Bienenstock und der Ventilation durch die Flügelschläge – zur wohltuenden Bienenstockluft führen.

Diese Luft verlustfrei aus dem Bienenstock herauszubekommen, ohne dabei Mensch oder Tier zu schaden, war bisher die größte Herausforderung. Bis vergangenes Jahr war die Anwendung der Therapieform deshalb kaum möglich: „Die Bienenstockluft-Therapie wurde 2015 sogar von einigen Amtsärzten untersagt, da kein entsprechendes medizinisches Gerät zugelassen war“, erklärt Jürgen Schmiedgen. „Das konnten wir mittlerweile ändern.“

Dies war auch das erklärte Ziel des Tüftlers aus Crottendorf: Der Bioimker, Inhaber von Apipro Natura und Geschäftsführer eines Ingenieur- und Architekturunternehmens, hat über Jahre hinweg an einem ‚medizintechnisch zulassungsfähigen und bienengerechten Inhalationsgerät für Bienenstockluft‘ gearbeitet. Seit einigen Monaten ist das Inhalationsgerät fertig: „Lange haben wir an diesem Produkt gefeilt. Unser Anspruch war es, ein Gerät zu entwickeln, das medizinisch genutzt werden kann. Denn gerade im medizintechnischen Bereich sind die Anforderungen extrem hoch“, blickt Jürgen Schmiedgen zurück. „Wir wollten endlich eine einwandfreie und zulassungsfähige Apparatur entwickeln, welche die Bienenstockluft-Therapie ermöglicht und medizinische Standards garantiert, sowohl für Mensch als auch für die Bienen.“ Dafür hat Jürgen Schmiedgen auf bestehende Systeme zurückgegriffen, diese weiterentwickelt und zum Teil neue, patentierte Lösungen gefunden. Die Fertigstellung der Apparatur wurde durch die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern wie der HSK Hugo Stiehl GmbH oder der PWM GmbH für Elektronik ermöglicht.

Das entwickelte System mit dem Namen ‚Beecura‘ überzeugte Skeptiker bereits: „Im bayrischen Bad Königshofen hatte ein Amtsarzt die Behandlung mit Bienenstockluft aufgrund der fehlenden medizintechnischen Standards verboten. Auf Einladung des dortigen Landrats haben wir ihm unser System vorgestellt und konnten alle Bedenken entkräften. Seitdem darf durch den örtlichen Imkerverein in Zusammenarbeit mit lokalen Ärzten die Bienenstocklufttherapie durchgeführt werden“, freut sich Jürgen Schmiedgen.

Der nächste Schritt ist nun die medizinische Zertifizierung: „Da wir die ersten auf dem Markt sind, die eine Zulassung für ein medizintechnisches Gerät zur Anwendung der Bienenstockluft beantragen, müssen wir auch die Wirksamkeit des Verfahrens nachweisen“, erklärt der Ingenieur. Deswegen steht Jürgen Schmiedgen bereits mit einer klinischen Studie zum Nachweis der Wirksamkeit von Bienenstockluft in den Startlöchern. In einer Cross-over-Studie soll mit 30 Probanden unter wissenschaftlicher Aufsicht der positive Einfluss der Bienenstockluft auf das Lungenvolumen bei Asthmaerkrankten gemessen und somit nachgewiesen werden.

Asthmatiker in Deutschland und Europa atmen dank Bienenstockluft auf
Dass die Bienenstockluft-Therapie wirkt, davon ist Schmiedgen überzeugt: „Wir haben beispielsweise sehr gute Erfahrungen beim weitverbreiteten Heuschnupfen oder Asthma-Erkrankungen gemacht. Nach einigen Sitzungen konnten wir deutliche Verbesserungen bei Patienten feststellen. Gleichzeitig liegen die Kosten aber deutlich unter denen einer klassischen Hyposensibilisierung“, weiß der Imker.

In der Kurklinik in Thermalbad Wiesenbad im Erzgebirge steht Schmiedgens erstes Therapiemodul. „Für die Durchführung der Therapie ist es erforderlich, dass der Bienenstock mit den Bienen und der Raum für die Therapiesitzung getrennt sind und  keine Bienen in den Raum kommen können. Dafür haben wir uns ein Bienenhäuschen-Konzept überlegt.“

Das ‚Beecura‘-System ist derzeit schon stark gefragt und wird an verschiedenen Orten durch geschulten Imkern und Ärzten betrieben, beispielsweise in Oberwiesenthal, in der schwäbischen Alb, im Raum Frankfurt, oder am Starnberger See. Auch in Österreich, Italien und Tschechien ist das System im Einsatz. Selbst aus dem arabischen Raum liegen dem Imker Anfragen vor.

In den kommenden Monaten konzentriert sich der Ingenieur und Bioimker aber auf die klinische Studie. „Außerdem geht auch bald die neue Behandlungssaison los“, die Vorfreude bei Jürgen Schmiedgen ist deutlich zu hören. So kann in der Bienenflugzeit von Mai bis September beispielsweise in Thermalbad Wiesenbad die Bienenstockluft inhaliert werden.


[1] http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/gesundheitswirtschaft-fakten-und-zahlen.pdf;jsessionid=10E7D05797E965B4EABD35F8371F9B81?__blob=publicationFile&v=10
[2] Als Apitherapie wird die medizinische Verwendung der Bienenprodukte, hauptsächlich Propolis, Bienengift, Honig und die Bienenluft bezeichnet.
 
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